Psychisch kranke Menschen fünfmal häufiger Opfer tödlicher Gewalt

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Psychisch kranke Menschen werden fünfmal häufiger Opfer tödlicher Gewalt als gesunde Menschen. Eine Kohortenstudie Studie zeigt, dass 615 Schweden zwischen 2001 und 2008 Opfer tödlicher Gewalt wurden. Von diesen 615 wurde in diesem Zeitraum bei 141 Menschen eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Ein psychisch kranker Mensch hat im Vergleich zu einem gesunden das fünffache Risiko, ein Mordopfer zu werden. Dabei fand die schwedische Studie das höchste Risiko bei Menschen, die suchtkrank waren. Bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie war das Risiko um das Zwei- bis Dreifache erhöht.

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die Alltagserfahrungen von Psychiatern, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von psychisch kranken Menschen sich in Konfliktsituationen schnell auf der Opferseite wiederfindet. Das Risiko als psychisch Kranker Opfer der tödlichen Gewalt zu werden erhöht die bekannten Suizid- und Unfallrisiken. Diese Ergebnisse bestärken die Forderung nach Gleichstellung von psychisch und somatisch kranken Menschen. Für die Behandlung und Betreuung zeigen die Ergebnisse wie wichtig es ist, dass Achtsamkeit, Training von sozialen Kompetenzen und der jeweiligen Verfassung des Betroffenen entsprechender Schutz und Begleitung in den therapeutischen und Betreuungsmaßnahmen nicht nach hinten gestellt und alle Risiken beachtet werden.

http://www.bmj.com/content/346/bmj.f557.pdf%2Bhtml

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